Grundregeln und Sicherheitsmaßnahmen fürs Kanufahren

Grundregeln

  • Respektieren Sie die Natur!
    Mit dem Kanu unterwegs zu sein, bedeutet Teil der Natur zu sein. Wir wollen Tiere nicht stören und Pflanzen nicht schädigen. Bewachsene Uferzonen sollte man wortwörtlich umschiffen, diese sind ein geschützter Lebensraum für viele Tiere. Schilfgürtel und Seerosenflächen – so faszinierend sie sind, sollten nur von Naturforschern inspiziert werden, nicht von Unkundigen. Fotos dürfen wir natürlich schießen, so viel wir mögen! Nur das helle Blitzlicht lassen wir weg.. Auch nutzen wir lieber das Teleobjektiv und gehen nicht zu nah heran..
    Mit dem Kanu gelangen wir wirklich in unberührte Naturzonen, diese sollten wir mit Abstand und Respekt betrachten.
    Wir halten Abstand zu Tieren, besonders zu Jungtieren, auch wenn Kinder von diesen magisch angezogen werden.
  • An- und Abreise
    Mit dem eigenen Kanu im Schlepptau sind Sie an Land natürlich nicht sehr mobil. Das Kanu legt man am besten nur dort an und ab, wo es ausgewiesene Plätze gibt oder wo man weder Natur noch Tieren schadet.
  • Verhalten während und vor der Fahrt
    Leider muss es extra betont werden: Müll gehört nicht in die Natur. Sammeln Sie Ihn in Taschen und entsorgen Sie ihn in einem Abfalleimer, am besten getrennt zuhause.
    Beachten Sie ausgewiesene Ein-und Ausstiegsstellen, Schleusen, Umsetzstellen, Wasserrastplätze. Inseln und Sandbäcke umfahren Sie mit großem Abstand. Auch Pausen zum Grillen, Essen, Übernachten sollten Sie nur an extra dafür ausgewiesenen Stellen machen und nicht in der freien Natur.
  • Wetter
    Informieren Sie sich schon vor der Fahrt über das Wetter. Natürlich fahren Sie auch nicht bei schlechtem Wetter und Dunkelheit los. Bei der Zeitplanung sollten Sie viel Raum lassen, auch für Regenpausen.
  • Vermeiden Sie Alkohol während und vor der Fahrt
    Alkoholisierte Kanufahrer sind ein Risiko für die Mitfahrer und sich selbst. Leicht können Sie aus dem Boot fallen oder beim Kentern sich nicht mehr selbst retten. Unter Alkoholeinfluss kann der beste Schwimmer sein Leben auf und im Wasser verlieren.

Sicherheitsmaßnahmen

  • Allgemein gehören Nichtschwimmer nicht an Bord.
  • Als Anfänger sollten Sie nie allein paddeln. Später sagen Sie immer jemandem Bescheid, wo und wie lange sie unterwegs sind.
  • Machen Sie sich mit der Strecke vertraut. Bringen Sie den Wasserstand, spezielle Gefahren der Gewässer wie Strömungen und Strudel in Erfahrung, z.b. über den Elektronischen Wasserstraßen Informationsdienst. Gehen Sie nicht bei Hochwasser ins Boot.
  • Lebensgefahr besteht bei E-Werken, Stauanlangen und Wehren. Dies weiträumig umfahren oder besser ganz meiden.
  • Ebenso können über das Wasser hängende Bäume, schwimmende Äste etc. eine große Gefahr darstellen. Hier bilden sich nämlich unkalkulierbare Strömungen, die auch geübte Paddler zum Kentern bringen.
  • Abstand zu anderen Booten, Schwimmern, Badenden ist immer Pflicht. Besonders Segelboote und Motorschiffe stellen eine Gefahr da. Der Kanufahrer ist derjenige, der ausweichen muss, denn er ist von den größeren Booten aus schwer zu sehen.
  • Auf dem Wasser sind Sie den Seeschiffahrtsstraßenordnungen und Binnenschifffahrtsstraßenordnungen verpflichtet. Machen Sie sich mit diesen vertraut!
  • Haben Sie immer Schwimmwesten dabei. Auf wilden Flüssen und Großgewässern brauchen Sie einen Kopfschutz und eine ohnmachtssichere Rettungsweste. Ein Kälteschutzanzug ist ebenfalls in vielen Fällen angebracht, das Sie auf jeden Fall nass werden und frieren.
  • Wildwassergebiete sind sehr gefährlich, ebenso das Paddeln in Küstennähe. Diese Gewässer sollten nur sehr geübte Kanuten befahren. Boote müssen unsinkbar gemacht werden, mit geeigneten Auftriebskörpern.
  • Ein Erste-Hilfe-Set sollte mit an Bord sein. Machen Sie sich mit Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut! Paddeln bei Wind und Wetter in Gruppen und Schulklassen.

Lesen Sie hierzu auch verschiedene Berichte von erfahrenen Kanuten.


Paddeln bei schlechtem Wetter

  • Nicht bei jedem Wetter ist Paddeln ein Vergnügen, doch schätzen geübte Paddler gerade die Herausforderungen und den Wassergang bei schlechtem, leicht stürmischem Wetter. Sinkt die Außen- und Wassertemperatur auf unter 10 °C, braucht man bestimmte Sicherheitsvorkehrungen und Kälteschutzkleidung. Leider ist der Kältetod die Haupttodesursache im Bootssport.
  • Die Boote müssen mit Sicherheitsinventar ausgerüstet werden.
  • Alle Mitfahrer müssen vor den Touren eingewiesen werden und auf die Gefahren hingewiesen werden. Rettungsübungen sollten immer mal wieder wiederholt werden.
  • Beim Paddeln ist Kentern kein Weltuntergang, sondern gehört mit zum Abenteuer. Die Mitfahrenden müssen aber vor der Tour genau wissen, was zu tun ist und wie sie andere aus dem Watter retten und gegebenenfalls beatmen und reanimieren können.
  • Natürlich muss jedes Tour Wurfleinen, Alu-Decken und Erste-Hilfe-Ausrüstungen mit sich führen.

 

Diese Regeln und Sicherheitsmaßnahmen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sollen nur eine erste Orientierung geben. Anfänger und Ungeübte sollten sich niemals ohne Begleitung eines erfahrenen Paddlers aufs Wasser begeben. Für weitere Fragen, Kurse, Trainerseminare etc. steht der deutsche Kanu-Verband zur Verfügung.

 

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